Krimi & Thriller

Einer wird sterben – Wiebke Lorenz

Autor: Wiebke Lorenz

Verlag: S.Fischer Verlage

Preis: 14,99€

ISBN: 978-3-651-02541-7

Seitenzahl: 352

Erscheinungsdatum Erstausgabe: 27.02.2019

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Handlung

Stella ist glücklich verheiratet und führt ein beschauliches Leben in der Blumenstraße. Eines morgens gerät ihr Leben aus den Fugen, als plötzlich ein dunkler Mercedes vor ihrem Haus auftaucht und die reglosen Insassen sie stundenlang, tagelang beobachten. Was wissen sie und was wollen sie von ihr? Stella beginnt zu fürchten, dass ihr dunkelstes Geheimnis ans Licht kommen könnte. Sie ist mit ihrer Angst allein und der Psychoterror beginnt…

Cover

Ich mag ja Bücher in Klappbroschur total gerne, daher hat mir „Einer wird sterben“ allein schon vom ersten Eindruck gut gefallen. Das Cover ist schön gestaltet, mir gefallen besonders die einzelnen Blütenblätter, welche über Vorder- und Rückseite verteilt sind. Bei genauem Hinsehen fallen zudem Kleinigkeiten in der Gestaltung auf, wie einige tote Fliegen, die auf dem Rücken liegen und dabei in einem gut gewählten Kontext zum Titel stehen.

Charaktere

Trotz der 352 Seiten bin ich während der gesamten Handlung mit den Charakteren nicht wirklich warm geworden. Die Protagonistin Stella bleibt auch mit zunehmender Seitenzahl leider noch blass, es fehlt an Tiefgründigkeit. Trotz ihrer angespannten Situation ist mir ihre Angst nicht greifbar genug, trotzdem ich das Verhalten der Protagonistin in ihrer Situation als sehr passend empfinde.

Ähnlich verhält es sich mit den anderen Figuren, in meinen Augen wirken diese oberflächlich konstruiert, ohne Tiefgang. Ich hätte mir an dieser Stelle mehr Einblicke in die Gedankenwelt der Figuren gewünscht.

Gefallen hat mir, auch wenn dieser leider sehr einseitig dargestellt wurde, die Figur des nervenden Nachbars Egon Scharff, da dieser ein wenig frischen Wind in das Figurenkonstrukt gebracht hat.

Schreibstil

Das Buch ist in kurze Kapitel unterteilt, die das Lesen sehr angenehm gestalten, sodass man auch zwischendurch schnell ein paar Seiten lesen kann. Kleine Cliffhanger am Ende der Kapitel sorgen zudem dafür, dass auch mal bei einem abfallenden Spannungsbogen die Neugier des Lesers erhalten bleibt und animiert wird, schnell noch ein paar Seiten zu lesen. Dies ist ein Punkt, der mir wirklich gut gefallen hat. Der Schreibstil an sich war sehr angenehm, auch wenn er meiner Meinung nach keine bedrohliche Grundstimmung erzeugt hat, was ich mir aber angesichts der Handlung schon etwas erhofft habe. Zwischenzeitlich hatte ich zudem das Gefühl, das Nebensächlichkeiten oft zu viel Raum geboten wurden, zu Lasten von spannenderen oder komplexeren Sachverhalten.

Mein Fazit

„Einer wird sterben“ ist ein kurzweiliger Thriller, der mit seiner Handlung durchaus das Potential hat, dem Leser Gänsehaut zu bescheren. Leider hat mir die bedrohliche Grundstimmung in der Umsetzung etwas gefehlt, das Gefühl, selbst aus dem Fenster sehen zu wollen, in der Erwartung, dort einen schwarzen Mercedes parken zu erblicken. Auch wenn ich das Verhalten der Protagonistin durchaus plausibel fand, ist sie mir trotzdem seltsam blass und ferngesteuert erschienen.

Die Idee, in den Nebenhandlungen die Geheimnisse der biederen Nachbarschaft zu beleuchten und in die Haupthandlung zu integrieren, fand ich klasse. Einige Nebenhandlungen hätten diesbezüglich gern mehr Raum einnehmen können. Generell hat mir der große Knall etwas gefehlt, um das Buch als Psychothriller beschreiben zu können. Leider kam auch das Ende etwas abrupt, einige Seiten mehr hätten dem Ganzen vielleicht auch etwas mehr Tiefe geben können.

Insgesamt hat mir der Thriller jedoch einige schöne Lesestunden beschert, den ich auch prima zwischendurch lesen können. Die kleinen Cliffhanger am Ende vieler Kapitel haben meine Neugier zudem konstant gehalten und richtiggehend zum weiterlesen animiert.

Ich danke für die Bereitstellung der Rezensionsexemplars!

Bewertung

Ich vergebe 3/5 Punkten.

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